Mittwoch, 7. Dezember 2016

Familienurlaub auf Ko Kood

Im letzten Monat hatten wir ganz viel lieben Familienbesuch und haben eine Menge mit unseren Gästen gesehen und unternommen.

Unser Flur war voller Schuhe - sieht aus, als hätten wir viel mehr Besucher gehabt, als es tatsächlich waren!
Christians Bruder und Tante waren zwei Wochen bei uns, und meine Schwester mit Mann und Kind hatten es ebenfalls vorgezogen, den grauen und eisigen deutschen Winter hinter sich zu lassen und ein paar sommerliche Wochen im schönen Thailand zu verbringen (davon berichte ich allerdings im nächsten Eintrag).
Danke für dieses geniale Foto vom Münchner Zeitungsstand, Uta!

Mit Jan und Doris ging es erstmal einen Tag lang durch Chinatowns Gässchen; kreuz und quer wurde geschaut und gebummelt und gestaunt und geguckt.
Unsere Erkundungstour begann selbstverständlich beim Wat Traimit, dem "Tempel des Goldenen Buddha".

Im Hintergrund ist die massiv goldene, über 700 Jahre alte Buddhaskulptur zu sehen, die noch aus der Sukhothai-Periode stammt.

Der Hase gegenüber dem Chinesischen Eingangstor nach Chinatown wurde König Bhumipol zum Geburtstag vor ein paar Jahren von der chinesischen Gemeinde geschenkt. Der König wurde 1927 im Jahr des Hasen geboren, daher sieht man relativ häufig nette Häschen-Plastiken in Thailand verstreut herumstehen.

In einer dieser engen Gassen kam uns ein Mann auf seinem Motoroller entgegen, über dessen Schoß quer ein großer Hund lag. Von hinten sahen wir dann nur noch links von dem Rücken des Mannes den Schwanz und rechts die Schnauze mit flatternder Zunge herauslugen. Schien aber ein echt eingespieltes Team gewesen zu sein, die haben das nicht zum ersten Mal gemacht!

Bunter Essensstand vor der nächsten Marktstraße, in die wir auch eingetaucht sind.

Nach so viel Lauferei gönnten wir uns am Ende des Tages ein Tuktuk zur U-Bahn. Der Fahrer ließ kein Schlagloch aus, führte uns aber durch unbekannte Schleichwege auf höchst indirektem Weg zur Metro. Uns war das egal - den (eh viel zu hohen) Preis hatten wir schon vor dem Einsteigen ausgehandelt und Tuktukfahrten sind immer lustig.
Während der Woche beschlossen wir, ein gemeinsames langes Wochenende auf Koh Kut (Ko Kood) zu verbringen, einer kleinen paradiesischen Insel südlich von Koh Chang. Das Hotel hab ich dann schnell aus einem kleinen Restaurant in Chinatown per Smartphone gebucht und zuhause angekommen, konnten wir uns auch um die Reservierung der Fähre kümmern, die einmal am Tag aus der fast an der Grenze zu Kambodscha gelegenen Region Trat auf die kleine Insel übersetzt.

Einige Tage später fuhren wir in aller Frühe aus Bangkok los, steckten dennoch Ewigkeiten im Stau fest, hatten aber Dank Christians früherem Leben als Rennfahrer (anders kann ich mir das nicht erklären) eine Punktlandung und waren eine Viertelstunde vor Abfahrt der Fähre am Anleger Laem Sok.
Die Überfahrt dauerte fast zweieinhalb Stunden, während der wir uns den Fahrtwind um die Nase wehen ließen. Andere Mitreisende hatten echt die Ruhe weg und kuschelten sich auf dem Boden auf ein paar notdürftig zusammengeschobene Rettungswesten, um ein kleines Nickerchen zu halten.

Der blaue Punkt sind wir auf der Fähre, rechts oben noch ein Stückchen von Koh Chang, die rote Stecknadel unten unser Hotel.

Christian war ein bisschen traurig, dass es während der Überfahrt keine Hackfleischbällchen mit Kartoffelsalat gab...

Der Hafen von Ko Kood, wo wir von einem großen goldenen Buddha begrüßt wurden.

Friedliche Straßenhunde sonnen sich auf der ganzen Insel.

Mit unseren Rollekoffern folgen wir den anderen Touristen auf die Straße, wo schon unsere Tuktuk-Shuttle-Busse auf uns warten.

Die Insel ist recht hügelig und wir mussten uns gut festhalten, um während der schnellen und kurvenreichen Fahrt nicht aus der Laderampe zu fliegen, auf der wir Platz nehmen durften. Der Shuttle war bestens organisiert und nach einer knappen Dreiviertelstunde kamen wir an unserer Unterkunft an.

Die Insel ist wunderschön und hat sich uns  auch von ihrer besten Seite gezeigt: weiße Sandstrände, die von Kokospalmen beschattet werden, Einsiedlerkrebse, die lustige Wettrennen gegeneinander veranstalten, klares, badewannenwarmes Wasser, aus dem man nie wieder rausgehen möchte.

Erster Abend auf Ko Kood - so hab ich mir das vorgestellt...

Restaurant, bei dem man die Zehen unterm Tisch im Sand vergraben kann.

Postkartenstrände, die es wirklich gibt.

Blick vom Balkon.

Am nächsten Tag liehen wir uns zwei Motorroller, um kreuz und quer über die Insel zu fegen und uns die Wasserfälle anzusehen. Gleich an der ersten Ecke fanden wir eine "Tankstelle", wo wir uns pinkfarbenen Treibstoff aus Plastikwasserflaschen in unsere Tanks füllen ließen.
Merke: Das ist keine Limo, sondern Benzin. Und das ist auch kein Straßenstand, sondern eine Tankstelle.

Einmal volltanken, bitte!

Zwei Kurven weiter zog es uns magisch in eine kleine Seitenstraße, die zu einem netten Bungalow Resort führte, wo wir erst mal einen Kaffeestop einlegten. Der Strand war einfach unglaublich hier:

Das ist der Blick, wenn man morgens aufwacht und seinen Vorhang im Bungalow beiseite schiebt!


Wir studieren die Karte, um die beste Route zu den Wasserfällen zu finden.

Schicke Helme gabs zum Moped mit dazu.

Unser Weg führte uns weiter zum Klong Yai Kee Wasserfall, der gut erreichbar und leicht zu finden im nördlichen Teil der Insel liegt. Nach einem kurzen Abstieg waren wir unten am Wasser angekommen und beschlossen in unserer Abenteuerlust, den Wasserfall einmal zu umrunden. Die einstündige Kletterpartie war zwar enorm schweißtreibend, aber auch wirklich sehr schön und bot unzählige unvergessliche Ausblicke auf den Wasserfall.

Eingang zum Wasserfallweg.

Los geht die Wandertour.

Yeah - fast geschafft!

Einmal rum wird man mit einem herrlichen Blick belohnt.
Wir wollten noch zum nächsten Wasserfall und hielten uns daher nicht noch länger hier auf, obwohl man wohl auch wunderbar im klaren Wasser des natürlichen Pools plantschen kann. Da wir aber nicht noch mehr von den Stechmücken aufgefressen werden wollten (die gibt es auf Ko Kood zuhauf), zogen wir es vor weiterzufahren und den nächsten Wasserfall aufzusuchen.

Der Weg zum Huang Nam Kaew Wasserfall war steinig und mehr offroad als alles andere, aber unsere Roller schafften die sportliche Fahrt durch den Urwald, vorbei an mehreren hundert Jahre alten Bäumen, und nach einem erneuten steilen Abstieg zeigte sich uns auch der größte Wasserfall in der Mitte der Insel.

Verschlungene Luftwurzeln, die sich zu interessanten Formationen verknotet haben.

Wow.

Am Tag darauf sahen wir beim Schnorcheln unzählige Papageienfische und Seegurken, liehen uns ein Kajak, mit dem wir die Küste entlang paddelten, spielten barfuß Tennis am Strand und genossen den sonnigen Tag am weißen Sandstrand.
Am 14. November war nicht nur Vollmond, sondern auch Loy Krathong, das thailändische Lichterfest. Üblicherweise werden hübsche kleine Bötchen aus Bananenblättern, Strünken und Blüten gebastelt, die mit Kerzen versehen aufs Gewässer gelassen werden, um den Wassergöttern zu huldigen und Wünsche zu entsenden. Mancherorts lässt man auch kleine leuchtenden Heißluftballons aufsteigen, was wiederum Teil des Yi Peng Festes ist. Da allerdings immer noch um den verstorbenen König getrauert wurde, wurden viele dieser Festlichkeiten abgesagt oder fanden nur in kleinem Rahmen statt. Dennoch wollten wir unseren letzten Tag auf der Insel gebührend abschließen und gingen zu einem auf einer Felsklippe errichteten kleinen Restaurant mit dem einfachen aber aussagekräftigen und wahrheitsgetreuen Namen "Good View Restaurant", von wo aus wir zwar keine schwimmenden Krathongs sehen konnten, aber den spektakulären Sonnenuntergang bestaunen durften.


Es gab lustige bunte Cocktails mit Schirmchen und allerlei Süßkram drin.

Gegen Ende des Abends sahen wir dann doch ein paar fliegende Laternen am Himmel.

Am nächsten Tag war leider schon wieder die Heimreise angesagt und wir wurden wieder zum Pier von Ko Kood gefahren, wo wir auf die Fähre nach Laem Sok gingen. In Trat angekommen, fanden wir noch ein gemütliches Lokal, das Pier 112, wo wir zum späten Mittagessen einkehrten, bevor wir wieder nach Bangkok fuhren.
Allerlei durcheinander gewürfelte Deko im künstlerisch angehauchten Garten des Pier 112.
Ko Kood hat uns allen sehr gut gefallen und wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Leider wurden wir trotz Deet-haltigem Mückenschutz ziemlich rücksichtslos von Moskitos und Sandfliegen aufgefressen, aber das ist wohl kaum zu verhindern, da sogar durch Hosenbeine und lange Ärmel gestochen wird. Besser also, man genießt die Tage und verkriecht sich bei Anbruch der Dunkelheit in sein Zimmer, wo zwar Geckos wohnen und einen ab und zu ganz schön erschrecken, aber die fressen sich wenigstens ihrerseits an den Moskitos satt - Circle of Life...!

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