Mittwoch, 14. Dezember 2016

Familienurlaub auf Phuket

Ende November durfte ich eine Woche mit meiner Schwester und ihrer Familie auf Phuket verbringen (Geburtstag haben lohnt sich total!). Am ersten Abend ihres Thailandaufenthaltes trafen wir uns im Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten Hotel Oriental am Ufer des Chao Phraya Rivers in Bangkok, um gemeinsam Abend zu essen und die wunderschöne Stimmung am Fluss zu genießen. Auf etwas kitschige aber verdammt niedliche Thai-Art brachten wir meiner Nichte Emilia einen Hello-Kitty-Ballon mit, der fast größer war als sie selbst.
Die Mädels in Christians Büro waren alle ein bisschen neidisch auf den Ballon mit Teddybärin.
Der älteste Teil des Hotels, der Authors' Wing, mit Fotos und Zitaten berühmter Gäste wie Joseph Conrad, John le Carré, James Michener oder Tennessee Williams.
Eisskulptur mit eingefrorenen Blüten, die auf Jung und Alt großen Eindruck machen.
Nach einem wunderbaren Familien-Abendessen unternahmen wir am Tag darauf noch eine nette Longtailboot-Tour durch die Klongs mit Doris und Jan, bevor die beiden dann auch wieder etwas später zurück ins kalte November-Deutschland aufbrechen mussten.
Wir müssen gemeinsam mit ca. 30 anderen Booten warten, bis die Schleuse aufgeht und uns vom Chao Phraya weg in entlegenere Wohngebiete einlässt.

Lustiges Comic-Haus.


Badende Kinder, die freiwillig in das Wasser springen, wo weiter vorne Undefinierbares geangelt wird und im Nebenarm Warane gemütlich vorbei treiben. Wir haben einheitlich beschlossen, dass wir nicht mal einen Zeh da rein halten würden...
In einem Seafood Restaurant bei uns im Viertel gaben sich dann alle noch Mittags irgendwelchen schwimmenden und krabbelnden Tieren hin.
Allein bei diesem Anblick hatte ich schon keinen Hunger mehr ... den anderen lief das Wasser im Mund zusammen.

Dafür habe ich dann eine japanische Spezialität aus dem Kühlregal ausprobiert: Mizu Mochi oder auch Water Cake.

Mizu Moshi besteht eigentlich nur aus Wasser, Zucker und Agar Agar und sieht aus wie ein wunderschöner großer Regentropfen.

Serviert wird er mit geröstetem Sojabohnenpulver und süßem Sirup.
Auch hier war also für jeden Geschmack was dabei und ich werde irgendwann auch mal versuchen, diesen hübschen Wassertopfen nachzukochen... den kann man sicher auch noch zum irisierenden Regenbogentropfen aufmotzen!

Vom lokalen Flughafen Don Muang ging es ein paar Tage später dann für mich weiter nach Phuket, welches etwa 800 km südlich von Bangkok in der Andamanensee liegt, wo Carina, Cay und Emilia schon auf mich warteten. Aufgrund meines nicht ganz geglückten Abholservices wurden wir vom Hotel auch noch in eine fancy Poolvilla upgegraded und konnten es uns eine Woche lang einfach nur so richtig gutgehen lassen.


Carinas Geburtstagsdinner am Strand mit Sonnenuntergang deluxe.

So schön kann Salat sein.

Während des Essens durchzuckten grelle Blitze den Himmel und sorgten für eine spektakuläre Show-Einlage. Zum Hauptgang hin mussten wir dann allerdings doch ins überdachte Restaurant wechseln, da ein tropischer Regenschauer uns sonst die Teller vom Tisch gespült hätte.

Spaziergang durch die parkähnlich angelegte Botanik des Resorts.
Gemeinsam unternahmen wir eine wunderbare Bootsfahrt kreuz und quer durch die Phang Nga Bay und bestaunten unbewohnte Inselgruppen mit dichter Vegetation, Mangrovenwälder, die uns an "Schiffbruch mit Tiger" erinnerten, schroffe Felsnadeln aus Kalkstein, verlassene Traumstrände und natürliche Filmkulissen wie die James-Bond-Insel Khao Ping Kan.

Felsüberhänge mit Stalaktiten müssen traumhafte Unterkünfte für die einheimischen Flughunde bieten.

Kajakfahrer bieten ihre Dienste an und bringen Besucher dicht an die Inseln und durch manch einen versteckten Tunnel sogar mitten hinein.

Touristenandrang auf den Spuren von 007 und dem Mann mit dem Goldenen Colt.

Verschlafene Stimmung? Nicht am James-Bond-Felsen!

So kennt man die vorgelagerte Felsnadel Khao Ta Pu.

Gesäumt von Mangrovenwäldern düsen wir weiter Richtung Straße von Malakka.

Ein Spalt, der auch für unser Motorboot groß genug ist.

Hallo, Echo!

Meine Süßen.

Fischerdörfchen mit Häusern auf Stelzen und unzähligen kleinen Restaurants.

In der Dorfmitte findet sich hier kein Tempel, sondern eine Moschee mit goldenen Dächern, da wir zum einen schon nahe an der Grenze zu Malaysia sind und zum anderen im Süden Thailands der Islam weit verbreitet ist.

Wir schippern weiter und finden diesen winzigen Strand, an dem zwei Fischer gerade dabei sind, ihren reichhaltigen Fang vom Vormittag einzuladen. Wenige Minuten später sind sie weg und der Strand wird von uns zum Lunch besetzt.

Alles silbern Glitzernde sind kleine Fische, die wohl in wenigen Stunden in der Provinz auf dem Markt angeboten werden.

Unser unglaublich leckeres Picknick, für mich mit cremigem Hummus, Pide und knackigen Pesto-Penne. Der obligatorische Mango with Sticky Rice Nachtisch passt selbstredend auch noch rein.
Auf dem Weg zurück machen wir noch Plantsch-Stopp auf einer Sandstrandinsel und lassen uns im badewannenwarmen Wasser treiben. Während der rasanten Rückfahrt springen wir von Welle zu Welle, während Emilia gutgelaunt "Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp" trällert und ab und zu "schneller!" in Richtung Kapitän kräht. Irgendwann schläft sie dann aber doch auf Carinas Arm gekuschelt ein und auch wir merken, wie erschöpft wir von dem erlebnisreichen Ausflug sind.

Ein paar Tage später wagen wir uns erneut aufs Wasser - diesmal mit einem Longtailboot zu einer etwas vorgelagerten Insel unweit unseres Hotels, wo wir bunte Fische füttern dürfen, schnorcheln, den ekligsten Seestern der Welt sehen und Richtung schwarze Wolken wieder an Land steuern, nur um genau zwei Minuten vor einem Fetzengewitter die Türe zu unserem Bungalow aufzuschließen.
Vollgas voraus - noch ist der Himmel tiefblau und die Sonne lacht uns mit voller Wucht ins Gesicht.

So viele Fische!

Das Wasser brodelt regelrecht.

Der Skipper meint es gut und taucht mit einem Seestern in der Hand wieder auf. Leider legt er ihn uns direkt vor die Nasen.

You can touch - no worries... Äääh, nein danke, lieber nicht.

So, danke, das war jetzt ein einschneidendes Erlebnis, denn wir alle dachten bis dato, dass Seesterne irgendwie hübsch sind und nicht aussehen, wie eine abgehackte Hand mit Wurstfingern. Glücklicherweise können wir den Skipper dazu überreden, dass der Seestern jetzt dringend wieder ins Wasser möchte.

Der Blick zurück zur Küste beweist mal wieder, wie schnell in den Tropen Gewitter aus dem Nichts aufziehen können.

Ein schnelles Familienfoto, bevor die ersten Tropfen runterprasseln.

Schon steht die Terrasse unter Wasser. Wie gut, dass Emilia so viel Spielsachen dabei hat, dann wird uns bestimmt nicht langweilig.
Leider geht die kurze Zeit auf Phuket viel zu schnell vorbei und die Billig-Airline Nok Air bringt mich in eineinhalb Stunden wieder nach Bangkok, wo Christian mich am Flughafen in Empfang nimmt.

Das Bodenpersonal sucht unter der Maschine die Schattenplätze.

Das ist übrigens unser Parkhaus, in dem wohl auch einige der vielen Mitarbeiter wohnen. Christian kann den Kofferraum kaum öffnen, denn die Wäscheleine hängt drüber. Überall stehen Schuhe herum und hinter einem anderen parkenden Auto wird gekocht.

Kleine Kochstelle auf dem Parkdeck. Ob die Hausmeister und Putzfrauen tatsächlich hier wohnen, leben und schlafen ist mir noch nicht ganz klar.
Während meiner Abwesenheit wurde übrigens Christian von einem Kunden zur Bestattungsfeier von dessen verstorbener Mutter eingeladen - als einziger Farang. Der gesamte Tempel glich einem Blumenmeer und vielleicht kann Christian von seinem Erlebnis auch noch selbst berichten.
Hier aber schon mal ein paar Bilder:



Hier drunter ist wohl irgendwo der Sarg versteckt.


Schwäne (ja, das sollen Schwäne sein) mit langen Pfauenschwänzen aus weißen Blüten sollen die Verstorbene auf ihrer Reise begleiten.
Christian nutzt übrigens mittlerweile die praktischen, aber auch nicht ganz ungefährlichen Motorsai-Taxis, um im Feierabendverkehr besser durchzukommen. Ob er allerdings von der Trauerfeier auch mit diesem Gefährt heimgekommen ist, hat er mir nicht verraten!

Nachdem ich wieder in Bangkok war, ging im südlichen Teil Thailands der Monsun erst so richtig los und viele Gegenden wurden leider stark überschwemmt. Zum Glück konnten Cay, Carina und Emilia ein paar Tage früher wieder nach Bangkok und so hatten wir dann im angenehmen, trocken-warmen Winterklima noch zwei sehr nette Abende, bevor es für sie wieder nach Hause ging.

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