Dienstag, 17. Januar 2017

Kleiner Spaziergang durch Dusit

Dusit ist ein im nördlichen Bangkok gelegener Stadtteil, der vor allem als Verwaltungszentrum bekannt ist, da sich hier das Parlamentsgebäude sowie einige Ministerien und königliche Paläste befinden. Es scheint, als sei das gesamte Viertel um die Jahrhundertwende von Rama V. zu repräsentativen Zwecken konzipiert worden.
Der wunderschöne "Marmor-Tempel" Wat Benchamabophit, der sogar schon für die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste vorgeschlagen wurde, war unser erklärtes Ausflugsziel. Kaum aus dem Tuktuk rausgesprungen, waren wir tief beeindruckt von dem aus weißem italienischen Carrara-Marmor erbauten Tempel.
Der volle Name des Tempels lautet Wat Benchamabophit Dusitwanaram Ratchaworawihan und er wurde um die Jahrhundertwende von König Chulalongkorn (Rama V.) und dessen Bruder Prinz Naris unter dem Einfluss thailändisch-europäischer Architektur erbaut.
Das imposante Eingangstor.


Stacheldrahtbewehrte Pferde flankieren den Eingang und machen beliebte Touri-Fotos unmöglich.
Als ehrliche Bürger, die wir sind, kaufen wir uns sogleich eine Eintrittskarte (für Farangs und Nicht-Buddhisten immer etwas teurer) und schlendern durch den wunderschönen parkähnlichen Garten. Das Ticket braucht man erst später, wenn man in den Ubosot hineingehen möchte.
In diesem hübschen Gebäude ist der Tempelkiosk untergebracht - die Eiswerbung neben der Türe will so gar nicht ins Bild passen.

Der Ubosot ist hier gut sichtbar mit weißem Marmor verkleidet. Auch die Wächterlöwen sind aus Marmor.

Die glasierten Dachziegeln stammen aus China.

Eine Karte verdeutlicht die Parkanlage.

Tauben und Fische gibt es hier zuhauf. Außerdem säumen chinesische Steinskulpturen den Kanal.

Da der Tempel nicht mehr ganz im Zentrum liegt, ist er auch nicht besonders überlaufen und verströmt eine besondere und ruhige Atmosphäre.

In diesem kleinen Pavillon befinden sich die Tempeltrommeln.

Da hier aber einige Gärtner gerade ein Nickerchen halten, wollen wir sie lieber nicht stören und verschieben unsere Drum Session.
Fensterläden in der typischen Schwarzgoldlack-Malerei

Dieser Weg führt direkt zu den Wohnbereichen der Mönche, die hier in ihren Kutis wohnen, schlafen und meditieren.

Gehört das auch den Mönchen?

Waschtag.

Die hintere Seite des Tempelareals grenzt an den Sportplatz einer Schule.

Wächterlöwe vor dem Eingang zur Bibliothek.

Kleiner Pavillon am Kanal, der den heiligen Bereich vom Wohnbereich der Mönche trennt.

Dieser alte Bodhi-Baum wurde im Jahre 1891 als Setzling als Geschenk an den thailändischen König aus Indien mitgebracht.

Türen mit aus Kupfer getriebenen Wächtern.

Reminiszenz an den verstorbenen König Bhumipol Rama IX.

Die niedlichsten Fußmatten, die ich bis jetzt in einem Tempel gesehen habe!

Florentinische Glasmalerei aus den 1950er Jahren - mit thailändischen Motiven.

Britische Standuhr als Spende an den Tempel.

Königsblaue Wand hinter der Buddhaskulptur Phra Phutthachinnarat, davor roter Teppich, der nicht betreten werden darf. Könnte doch allein aufrgund der Farbgebung auch ein europäisches Gotteshaus sein, oder?

Noch mehr Devas in Gold auf schwarzem Lack.

Wunderschöner Marmorboden im Ubosot, auf dem die betenden Menschen Platz genommen haben. Der Sockel der Buddhaskulptur soll übrigens die Asche des 1910 verstorbenen Königs Chulalongkorn beherbergen.

Ich fand das Zusammenspiel zwischen italienischer Glasmalerei und thailändischer Architektur sehr interessant.

In den Galerien des Wandelganges hinter dem Haupthaus finden sich die unterschiedlichsten Buddha-Statuen. Ziel war es, aus möglichst allen Epochen die verschiedenen symbolischen Gesten zu zeigen.

Gutes Timing: während wir durch den überdachten Wandelgang schlendern, regnet es und die Marmorplatten verwandeln den Platz in eine Rutschbahn. Kaum sind wir einmal durch, hört auch der Regen wieder auf.

Seltene Darstellung des jungen Buddhas während seiner Askese.

Handdetail mit Inschrift.

Sockelverzierung.

Ähnliche Rosetten lassen sich auch an der Decke wiederfinden.


Rückseite des marmornen Ubosot.
In Ermangelung an Kundschaft macht der Eiskaffeeverkäufer ein kleines Päuschen.

Endlich sind die Gärtner aufgewacht und Erdem kann die große Trommel in Betrieb nehmen.

Letzter Blick auf den Tempel hinter dem Kanal, bevor wir uns verabschieden und das Viertel Dusit ein wenig erkunden.
Zu Fuß gehen wir entlang der Mauer des Bangkoker Dusit Zoos, einem der bekanntesten Tierparks in Südostasien, der 1938 eröffnet wurde. Früher war dieses Areal wohl der private botanische Garten von Rama V.  Allerdings wollen wir uns keine eingesperrten Tiere anschauen, sondern wandern weiter Richtung Thronhalle, vorbei am großen Royal Plaza, auf dem das fünf Meter hohe Reiterstandbild Rama V. steht, das sogar noch zu seinen Lebzeiten 1908 errichtet wurde.
Die Statue wurde in Frankreich in Bronze gegossen und später nach Siam verschifft.

Touristengruppen werden aus Reisebussen geschwemmt. Die bunten Tücher müssen über zu kurze Hosen und Röcke gewickelt werden, da man sich hier auf königlichem Grund und Boden befindet.

Erster Blick auf die Ananta Samakhom Thronhalle. Unverkennbarer neoklassizistischer Kuppelbau, wiederum mit Carrara-Marmor verkleidet. Wir gehen allerdings nicht hinein, sondern bewundern dieses Prestigegebäude lediglich von außen. Im Inneren soll es eine wunderschöne Ausstellung zu thailändischer Handwerkskunst geben.


Ich teste immer mal wieder die Panorama-Funktion meines Handys aus... mal mit besserem, mal mit weniger tollem Ergebnis.

Die weiße Thronhalle und der kleine Gartenpavillon im schönen Park.
 
Trotz einladender Treppen ist der güldene Pavillon natürlich nicht zu betreten.
Wir spazieren weiter, trotz des bewölkten Himmels ist es schwül-heiß und langsam wollen wir essen, trinken, Pause machen. Die letzten Fotos sind daher zum Ende des Spaziergangs entstanden, einfach, weil ich sie interessant fand, sie sind aber keineswegs typisch für Dusit oder ausschließlich so hier zu finden...!
Kleines Geisterhäuschen, eingequetscht zwischen engen Häuserspalten.

Eine Freiluft-Werkstatt.

Auf meiner Suche nach verrückten Schildern weltweit komme ich auch an dieses hier, welches drastisch die Gefahren verbildlicht, wenn man auf ein Klo klettert. Ähnlich schreckliches grafisches Material findet sich zu Warnhinweisen sonst bloß noch auf Zigarettenschachteln. Gruselig.

Hingegen freue ich mich sehr über den englischen und deutschen Stollen, den ich in einem Supermarktregal finde.

Straßenkünstler, der aus Baudraht die fantastischsten Geschöpfe bildet.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Versteckter Strand und Hua Hin (und zurück)

An unserem letzten Tag in Pran Buri fahren wir erneut mit dem Shuttle zum Strand, diesmal wollen wir den kleinen Weg zum Say Beach ausprobieren und hoffen, dass sich die Wanderung lohnt.
An jeder Ecke bieten sich schöne Ausblicke.

Die Thais laufen hier auch mit Flipflops durch.

Am Strand angekommen müssen wir feststellen, dass die Flut leider den kompletten Strand überschwemmt... so was Dummes, mit den Gezeiten hatten wir irgendwie gar nicht gerechnet...
Also warten wir ein bisschen, erkunden die Felsen und Spalten, essen Mandarinen und hoffen, dass die Ebbe schon bald den Strand sichtbar werden lässt.

Mehr Hüpfweg als Wanderweg.

Angeschwemmter Müll aus dem Meer, der sich in den Felsspalten absetzt.

Ohne Wasser ist der Strand sicher super...

Wir finden jede Menge Muscheln.


Endlich ist das Wasser soweit zurückgegangen, dass Meike und ich uns in die Fluten wagen. Das Wasser ist flach und warm und klar - sehr schön. Allerdings bleiben wir nahe am Strand, denn zu dieser Jahreszeit gibt es wohl ein paar Quallen, die sich ab und zu Richtung Land verirren. Wir haben Glück und stoßen auf keine.
Langsam zieht sich das Wasser zurück.

Wir laufen zurück zum Hauptstrand und entdecken interessante Wurzelformationen und Auswüchse.


Abenteuerliche Abstiege machen die kurze Wanderung recht spannend.

Keine durchgerosteten Stellen - alles gut!
Zurück am Strand müssen wir uns erstmal ein Plätzchen suchen.

Es ist langes Wochenende und viele Thais sind mit Familien und Freunden hergekommen.

Die meisten Thais sitzen komplett angezogen am Strand und gehen auch so ins Wasser. Außerdem wird immer und überall gegrillt und gegessen.

Wir machen es ihnen gleich und holen uns an den Ständen Mango, Eiskaffee und Grillhuhn.
Am Abend gehen wir noch im Good View Restaurant essen. Die kleine Hütte ist zweistöckig und oben, wo wir sitzen, ist auch noch ein abgetrennter Bereich für Thai-Massagen, hier kann die ganze Familie arbeiten. Das Essen ist überraschend lecker und wir kommen mit den vier Damen ins Gespräch, da wir sie auf die Musik ansprechen, mit der wir beschallt werden. Schnell stellt sich heraus, dass die beliebte Sängerin Nikki (Nicole Theriault) hier viele Fans hat und wir dürfen noch  kurz ins Album reinhören.

Am nächsten Tag wollen wir uns noch ein bisschen in Hua Hin, dem ältesten Seebad Thailands, umschauen. Der Ort ist unglaublich touristisch und Dank vieler Hochhäuser auch nicht wirklich attraktiv, aber die Königsfamilie hat dort seit den 1920er Jahren ihre Sommerresidenz. Außerdem ist vor allem Hua Hins Bahnhof bekannt, erstens, weil hier der Bau der Eisenbahnstrecke Bangkok - Singapur begann und zweitens, weil hier ein hübscher Pavillon steht, der als Wartesaal oder Empfangsraum ausschließlich für die Königsfamilie genutzt wurde.
Natürlich sind sie Seitenwände des Pavillons zur Zeit mit Bildern des verstorbenen Königs tapeziert.

Aber hübsch ist er wirklich sehr.

Im Hintergrund ist das Bahnhofsgebäude für die anderen Reisenden zu sehen.

Hier ist eine Menge los, aber wir fahren wieder mit dem Minibus zurück nach Bangkok - ist zwar nicht ganz so royal, aber dafür viel schneller als mit dem Zug.
Vom Bahnhof aus spazieren wir gemütlich ein bisschen die Straße entlang und suchen ein nettes Café, bevor wir zurück zum Clock Tower müssen, von wo aus unser Bus fährt.

Die Motorradtaxifahrer können gar nicht verstehen, warum wir freiwillig zu Fuß gehen wollen, wenn wir doch auch hinten auf ihren Motorrädern sitzen könnten.

Kleiner Schrein vor alten Zügen.

Der Eingang zur städtischen Feuerwache.


Das Nebenhaus auf dem Grundstück der Feuerwehr. Irgendwie hübsch, aber wir konnten nicht herausfinden, was das mal war.

Auf unserem Weg kommen wir am Pony Café vorbei, einem total netten und sehr witzig eingerichteten Café mit Pony-Dekoration soweit das Auge reicht. Und besonders leckerem Kuchen.
Der Eingang zum Café - ich liebe diese Kitsch-Mischung zwischen Weihnachtsbaum und Königsschrein.

Die Ponys gucken schon zum Fenster raus.

Hinter dem Café ist eine derzeit verlassene Mall, die sich Dank ihrer Stimmung und Leere ganz großartig für Fotos eignet.

Wir nehmen wieder im Minibus Platz, diesmal ist es irgendwie noch enger als auf der Hinfahrt, aber zumindest wissen wir jetzt, wo wir ankommen und dass wir uns auf alle Fälle ein Taxi von Sai Tai Mai nach Hause gönnen werden!
Daheim in Bangkok angekommen wartet schon Christian auf uns, er ist am morgen gelandet und erzählt von Kälte und Glühwein und Weihnachtsmärkten in München... das klingt für uns grad alles ziemlich weit weg und recht exotisch. Ein bisschen Weihnachtsstimmung erleben wir aber abends auch noch bei der "Wish-upon-a-Star"-Aktion vor der EmQuartier Shopping Mall. Unzählige goldene und silberne Sterne hängen hier schon und auf jedem steht in verschiedensten Sprachen, was man sich und dem Rest der Welt fürs neue Jahr wünscht oder welche guten Vorsätze man verfolgen möchte.