Die nächsten Tage machten Meike, Erdem und ich einige nette Ausflüge
durch Bangkok, so schlenderten wir auch durch den Lumphini-Park (benannt nach dem Geburtsort Buddhas) und
entdeckten doch tatsächlich zwischen all den Wasser- und sonstigen Vögeln, Welsen und
Schildkröten einen dicken Waran, der sich behäbig wenige Meter von uns
entfernt aus dem Teich hob und sich nach einigen Schritten auf dem
Land geräuschlos in den nächsten Wasserlauf gleiten ließ. Es kursieren hier einige Schreckensmärchen über diese großen Echsen; so kennt jeder Expat über 6 Ecken mindestens einen Menschen, der aufgrund eines Waranbisses beim Joggen getötet wurde, oder so. Wie bei den meisten Großstadtlegenden gibt es wohl auch hier ein Körnchen Wahrheit, zumindest ist wissenschaftlich belegt, dass im Speicher von Waranen toxisches Protein enthalten ist, gepaart mit den Bakterien im Maul der Kriechtiere kann es schon mal vorkommen, dass eine Bisswunde schlecht heilt oder sogar in eine Blutvergiftung gipfelt. Wir hielten also Sicherheitsabstand, um hier kein Exempel an uns selbst statuieren zu müssen.
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| Das "Open-Air-Fitness Studio" im Park, wo es viel ums Sehen und Gesehenwerden geht. |
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| Chinesischer Pavillon. |
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| Hier taucht der Kopf des Warans, der gerade noch auf uns zugeschwommen ist, am Ufer aus dem Wasser auf. |
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| Gar nicht faul hievt er sich mit seinen kräftigen Vorderbeinen an Land. |
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| Jetzt können wir ihn in fast ganzer Länge bewundern - nachdem er das Stückchen Wiese überquert, verschwindet er im nächsten Kanal. |
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| Ob die Tretbootfahrer ahnen, was sich da so unter ihrem Bötchen alles tummelt? Ich persönlich finde das mit dem Tretboot ja mittlerweile nicht mehr sooo romantisch. |
Im Park sind neben Spielplätzen und Trimm-Dich-Geräten auch Gebäude, Bibliotheken und Skulpturen errichtet. Bis Ende April 2017 stehen hier auch die "Wings of Mexico" des Künstlers Jorge Marín, eine dreieinhalb Meter hohe Bronzeskulptur, die das ganze letzte Jahr durch Asien getourt ist und schon in Singapur, Shanghai und Hong Kong aufgestellt worden war. Der interaktive Kunstgegenstand wurde selbstverständlich sofort von uns bespielt:
Selbstredend gibt es aber auch Comic-Kunst im Park:
Am Ende unseres Spaziergangs durch den Park kamen wir noch an der Statue von König Rama VI. vorbei, der den Park in den 1920er Jahren erbauen ließ, kaum vorstellbar stand der Park damals noch ganz am Rand der Hauptstadt. Inzwischen ist zumindest mir manchmal gar nicht klar, wo Bangkok aufhört und eine neue Provinz anfängt.
Wir schlenderten gemeinsam die Silom Road entlang, da ich zur Generalprobe des Weihnachtskonzertes in die Christ Church auf Convent Road gehen wollte. Während ich beim Singen war, erkundeten meine Freunde das Silom-Viertel auf eigene Faust.
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| Vor dem Aufgang zum Skytrain haben sich einige Bewohner des Viertels auf eine Partie Mühle verabredet. |
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| Schlüsseldienst an der Straßenecke. |
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| Noch ist die 1905 erbaute neogotische Christ Church leer. |
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| Generalprobe mit Orchester. |
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| Am Abend sammeln sich die Zuhörer und die jungen Konzertbesucher legen sich aufgrund der zu geringen Sitzplatzanzahl auf den kühlen Steinboden. |
Anbei noch ein paar Handyvideomitschnitte unseres Konzertes; wer den kompletten Konzertmitschnitt haben möchte, kann mich gerne anmailen, denn Dank Erdem bin ich im Besitz einer anderhalbstündigen Tonaufnahme vom 2016 Weihnachtskonzert der Bangkok Music Society; gesungen wird eingangs die Royal Anthem of Siam auf Thai, dann das Gloria RV 589 von Antonio Vivaldi, nach der Pause einige Carols vom BMS Kammer-Ensemble, danach wieder zusammen mit dem ganzen Chor in Andenken an König Bhumipol "Wie lieblich sind deine Wohnungen" von Johannes Brahms und zum Schluss noch "Stille Nacht" auf Englisch, Thai, Japanisch und Deutsch, "Joy to the World" und "An Irish Blessing". Das Chorkonzert war wirklich ein sehr schönes und besonderes Adventserlebnis hier in Thailand, prima, dass ich mitsingen durfte und meine Besucher dabei sein und so den absenten Christian vertreten konnten.
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