Mit Meike und Erdem ging es am nächsten Morgen mit unserer quirligen Reiseleiterin Khun Mandarine auf einen Ausflug Richtung Süden. Unterwegs hielten wir an einem Tempel an und sie zeigte uns geduldig, wie wir Spenden zu geben haben und uns richtig beim Beten verhalten. Wir hatten sie nicht danach gefragt, doch sie ging sehr auf dabei und war sichtlich stolz auf ihre drei Farang-Schüler, so dass wir brav mitmachten und Euch alle in unsere Segenswünsche aufnehmen konnten. Eigentlich würde ich nicht mit kurzen Hosen einen Tempel betreten, aber wir waren auf eine Wanderung eingestimmt und sportlich gekleidet und unsere Reiseleiterin schubste uns regelrecht in den Tempel rein und meinte, die Hosen seien lang genug und ich bräuchte kein Tuch...
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| Der kleine Tempel, dessen Name mir entfallen ist. |
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| Richtige Reihenfolge beim Spendeneinwurf (noch ist der Geldschein in Meikes Hand). |
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| Wenn wir uns aneinander festhalten ist klar, dass die Gabe von uns gemeinsam stammt, also bilden wir eine Kette. |
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| Jetzt dürfen wir unsere Räucherstäbchen an der Flamme entzünden. |
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| Füße nach hinten wegklappen, Blumen aussuchen, Goldblättchen gut festhalten, sonst weht es fort, und in Verbindung mit den Übermenschlichen treten. Ganz easy. |
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| Nachdem das Räucherstäbchen in den Sand gesteckt wird und die Blumen vor die jeweiligen Skulpturen gelegt sind, darf das kleine Blattgoldquadrat angebracht werden, wo man möchte. |
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| Vor dem Tempel trafen wir auf ein Brautpaar und durften sogar mit der Braut Fotos machen. |
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| Und mit dem Bräutigam. Mein Gott, kamen wir uns underdressed vor... |
Danach sollten wir noch die Welse und Schildkröten vor dem Tempel füttern, das ist nämlich gut fürs Karma. Keiner von uns konnte wissen, das wir alle danach ein höchst gespaltenes Verhältnis zu diesen Tieren aufbauen würden. Ich dachte ja immer, Schildkröten sind irgendwie niedlich, aber seitdem ich diese Monster in dem Klostertümpel auftauchen sehen musste, die ihre lederigen, armdicken Hälse träge aus dem brackigen Wasser reckten um uns ihre uralten Mäuler entgegenzuhalten, mit spitzen Nasen und großen Nasenlöchern und schleimbewachsenen Rückenpanzern...igittigittigitt. Und die Welse sind auch zeimlich gruselig; viel zu große Fische ohne Schuppen, aber mit langen Barteln, die wie eine Schnurrbartspinne auf ihren breiten Mündern sitzt (daher der englische Name Catfish) - wir hatten noch Tage später Alpträume und mein Gefühl für Ästhetik verbietet mir das Einstellen jeglicher Fotos hier!
Als wir weiterfuhren, kamen wir an einem Ananasfeld vorbei, an dem wir Halt machten. Das war bei weitem schöner als der Tempelteich, aber auch hier konnten wir Monster und Mutanten finden.
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| Eine Ananasblüte. |
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| Aus der Blüte wächst schon gut erkennbar die Ananas raus. |
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| Mit Zeitungspapier werden die Früchte von Hand einzeln eingewickelt, um sie vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen. |
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| Monster-Ananas mit Zwillingskörper. |
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| Mutanten-Ananas mit mehreren Köpfen. Diese "Monster" schmecken wohl genauso lecker, wie ihre phänotypisch bekannteren Feldgenossen, werden aber nur auf lokalen Märkten zu günstigsten Preisen verkauft oder landen bei uns in den Dosen oder Safttüten. |
Ein paar Kurven weiter hielten wir bei einer Kokosfarm und durften zuschauen, wie diese Frau die Kokosnüsse schält.
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| Mit einem Hieb auf den im Boden verankerten Keil kann die dicke grüne Schale gut von der harten braunen Nuss getrennt werden. Der Schalenberg wird dann abtransportiert und weiterverarbeitet, zum Beispiel zu Kokosfasern für Dünger oder Fußmatten etc. |
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| Professionell öffnet uns diese Dame eine Nuss, damit wir das köstliche Kokoswasser trinken können. |
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| Unsere Reiseleiterin Khun Mandarine erklärt die Funktion dieses Schabers. |
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| Malerisches Fischerdörfchen Ban Bang Pu, das wir auf dem Weg zum
Nationalpark passieren. Normalerweise kann man auch von hier aus ein
Boot nehmen. |
Endlich kamen wir am Parkplatz vor dem Einstieg zum Nationalpark Sam Roi Yot an, was übersetzt Dreihundert Spitzen heißt. Denn ungefähr so viele Gipfel erheben sich hier über dem Land.
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| Der Anfang des Weges ist ganz gepflegt mit Treppen und Geländer. |
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| Unser erklärtes Ziel war die Phraya Nakhon Höhle. |
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| Zu anderen Jahreszeiten kann man wie gesagt auch mit dem Speedboat bis
zum Strand Laem Sala fahren und spart sich eine knappe Dreiviertelstunde
Wanderweg, aber im Dezember wird dieser Service aufgrund der
Wasserverhältnisse nicht angeboten und wir mussten zu Fuß erstmal über
den Berg Tian gehen, um zum Strand zu kommen. |
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| Wer dieses Schild sieht, wird im Nationalpark willkommen geheißen. Erdem hält schon mal Ausschau nach Affen. |
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| Den hübschesten Kleiderhaken, den ich bislang in Thailand gesehen habe, habe ich ich hier auch gefunden. |
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| Nun ist die Höhle nicht mehr weit, aber es geht steil bergauf. Und es ist heiß. |
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| Yippieh - geschafft. Ab in die Höhle! |
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| Diese Stalaktitenform heißt Wasserfall - selbstredend. |
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| Wir durchqueren den ersten Eingang in die Höhlenlandschaft und sind geplättet von der Größe und dem faszinierenden Spiel mit Licht und Schatten. |
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| Über uns verläuft eine natürliche Brücke mit dem schaurigen Namen "Todesbrücke" - wohl, weil hier schon mehrere wilde Tiere abgestürzt sein sollen. |
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| Etwas tiefer drinnen durch einen weiteren Gang erspähen wir erstmals den Kuha Karuhas Pavillon. |
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| Thais LIEBEN gestellte Fotos und unsere Reiseleiterin überredet uns zu einigen Scherenschnitt-Bildern. Das macht man hier so! |
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| Endlich bekomme ich mein Handy zurück und darf wieder selbst Fotos machen! So präsentiert sich dieses verzauberte Fleckchen Erde. |
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| Noch mehr gestellte Fotos, diesmal in Herzchenform, falls sich jemand gefragt hat. |
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| Ich hätte mich hier dumm und dusselig knipsen können. |
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| Man sollte auf jeden Fall versuchen, die Höhle von 12 Uhr Mittags zu erreichen, um die Sonneneinstrahlung zu erleben, am Nachmittag liegt hier alles im Schatten. |
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| Heiliger Felsen aus Stalagmiten, geschmückt mit vielen bunten Tüchern und Figürchen und Kerzen und Räucherstäbchen. |
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| 1890 wurde der kleine hübsche Pavillon hier errichtet, Anlass war der Besuch von Rama V., König Chulalongkorn. |
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| Seitdem sind fast alle thailändischen Könige, manche auch gerne mit ihren ausländischen Gästen, zu diesem Ort gekommen; die letzten beiden Könige haben sich sogar mit einer Art Graffiti an der Felswand verewigt (ist für uns normalen Besucher natürlich strengstens verboten!). |
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| Ein weiteres beliebtes Fotomotiv unter thailändischen Besuchern: Streichel das Steinkrokodil! |
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| Das Loch in der Höhlendecke. |
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| Jetzt bin ich auch wirklich fast einmal ganz rumgelaufen um den Pavillon. |
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| Dicke und alte Stalagnaten. |
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| Hätten nicht alle bisherigen Besucher der Tropfsteinhöhle die Steinoberflächen berührt, würde hier alles glitzern und funkeln, doch so sieht der Stein matt und rauh aus. |
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| Ein letzter Blick zurück, denn jetzt, da die Sonne weiterwandert, treten auch wir unseren Rückweg an. |
Leider haben wir immer noch keine Affen gesehen, dabei soll es hier doch von Languren nur so wimmeln. Plötzlich bewegt sich etwas auf uns zu, gebannt bleiben wir stehen, was ist das? Es ist flach und braun und flink und groß... ein Waran? Hier? Mitten im Urwald?
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| Glücklicherweise dreht der Waran ab und verschwindet nahezu lautlos im Unterholz. |
Und endlich, ganz unten auf dem letzten Teil des Wanderweges, hüpft über unseren Köpfen eine Langurenfamilie im Baum herum. In einem anderen Baum sitzt eine ganze Gruppe mit mehreren Jungtieren und futtert und spielt und laust sich.
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| Auf dem untersten Ast ist die Silhouette des Affen mit lang herabhängenden Schwanz gut erkennbar. |
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| Wo sind die Äffchen? |
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| Da! |
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| Lustig, wie wir hochstarren und von oben zurückgestarrt wird... da fragt man sich schon, wer hier wen beobachtet. |
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| Die Familie sitzt eng beisammen und krault sich gegenseitig die Köpfe und Rücken. |
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| Ob sich Affen wohl einen Spaß draus machen und gezielt auf Touristen pinkeln? Jetzt wäre eine ideale Möglichkeit dafür... |
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| Stattdessen wird friedlich Fellpflege betrieben. |
Endlich können wir uns von den possierlichen Tieren trennen, vor allem, weil wir inzwischen von einem Schwarm Moskitos verspeist werden, denn unser Anti-Brumm ist wohl mit unserem Schweiß vom Körper gespült worden. Nichts wie raus aus dem Wald und ab zum Strand. Doch hier werden gerade die letzten beiden Liegestühle eingepackt. Der Wind ist aber erfrischend und wir sammeln unsere Kräfte, um noch einmal über die Kuppe zurück zum Parkplatz zu laufen. Jetzt wäre die Option mit dem Speedboat echt toll gewesen...!
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| Der Strand ist wie leergefegt. |
Zurück im Hotel finden Meike und ich die größten Sombreros der Welt und posieren sogleich:
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| Gekauft haben wir die sonnenschirmgroßen Hüte dann doch nicht - kam uns etwas unpraktisch vor! |
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