Heute ist der 1. Februar und ich bin total "lost in space and time"... Gestern haben Christian und ich nämlich tatsächlich noch ein Weihnachtspäckchen erhalten, dass nun knapp 7 Wochen zu uns nach Bangkok unterwegs war, gefüllt mit Stollen und Dominosteinen und anderen Adventsleckereien, die auch im Februar noch traumhaft schmecken - danke Papa Bernd.
Das erinnert mich natürlich an meine eigene Weihnachtspostepisode hier in Bangkok Mitte Dezember:
Mit unserer
Weihnachtspost ging ich einige Tage vor unserem Abflug nach Chiang Mai noch zur Postfiliale. Dort wird, wie auf jedem vernünftigen
Amt, erstmal eine Nummer gezogen und gewartet. Mit meinen 20 Briefumschlägen,
die alle frankiert werden wollten, stand ich endlich am Schalter, wo
mithilfe eines Taschenrechners errechnet wurde, welches Empfängerland wieviel kosten
sollte (dieses System erscheint höchst undurchschaubar und willkürlich), dann wurde ich mit einigen Bögen Briefmarken wieder weggeschickt, die
ich erstmal auf die Umschläge aufkleben sollte. Also beschlagnahmte ich ein
Briefmarkenbefeuchtungsschwämmchen (so oder ähnlich muss der Fachterminus doch
lauten, oder?) und machte mich an meinem Stehtischchen ans Werk. Neben mich
gesellte sich ein Motorradtaxifahrer (gut erkennbar an der neonorangfarbenen
Warnweste) in ausgelatschten Crocs, der ebenfalls Briefmarken auseinanderriss
und Umschläge bearbeitete. Auf meinem Gang zum Papierkorb am anderen Ende des
Raumes, nahm ich auch seine Papierfetzen mit und er bedankte sich mit einem
Lächeln. Nun sollte ich ja wieder zum Schalter, diesmal um die Briefe abzugeben
und das Porto für die Päckchen bemessen zu lassen (das war im ersten
Arbeitsgang nicht möglich gewesen) und die Nummer, die ich zog, versprach eine
Wartezeit von fast 15 Leuten vor mir. Mit einem Seufzer und dem
schicksalsergebenen Gefühl der nichtveränderbaren Machtlosigkeit ließ ich mich
auf ein Plastikstühlchen nahe des Ventilators nieder und presste meine Post auf
meinen Schoß. Da tippte mir besagter Motorradtaxifahrer auf die Schulter und
gab mir zu verstehen, dass er meinen Zettel mit der Nummer sehen wollte. Er
lächelte mich mit wenigen Zähnen an und schlug einen Zetteltausch vor, denn
seine Nummer war schon die übernächste, er war aber noch nicht ganz fertig mit
seinen Postangelegenheiten. Dankbar nahm ich seine Nummer an und war zehn Minuten später schon wieder auf dem Heimweg. Das war irgendwie so eine Art
christlich-buddhistische Weihnachts-Nächstenliebe-Aktion. Schön jedenfalls.
Aber nun zu Chiang Mai:
Ich will gar nicht viel schreiben, sondern Euch vor allem mit den wunderschönen visuellen Eindrücken füttern (leider schaffe ich es nicht, die Fotos in eine vernünftige Reihenfolge zu bringen, also ist der Ablauf nun etwas chaotisch und durcheinander...!).
An unserem Ankunftstag fuhren wir mit dem Taxi vom Flughafen in die Altstadt zu unserem total süßen
Hotel, liefen dann aber gleich noch los, um wenigstens ein bisschen was von der Innenstadt zu sehen, solange es noch hell war.
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| Irgendeine städtische Behörde hat hier wohl den Auftrag gegeben, das Loch in der Straße mit ein paar Säcken Zement aufzufüllen... In welcher Konstistenz besagter Zement sein sollte, hat keiner gesagt! |
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| Blick in den Ubosot. |
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| Opferschalen und Banner, die man aufhängen darf. |
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| Steinernes Eingangsportal. Nebendran eine Verkauferin mit Stoffhosen. |
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| Friedliche Stimmung im Garten hinter dem Tempel, wo es zu den Mönchsunterkünften geht. |
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| Eine Stupa aus Rattanholz. |
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| Blick von außen auf die vergoldete sitzende Buddhaskulptur. |
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| Wächter beim Wat Chedi Luang. |
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| Zwei Männer im Raum des Stadtpfeiler-Schreines, der nur von Männern betreten werden darf, da er den Lak Muang, bzw. hier in Chiang Mai die Inthakin-Säule beherbergt. Eine ausführliche Erklärung erfolgt weiter unten. |
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| Wunderschön verzierter Giebel. |
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| Hinter mir eine angestrahlte Naga (mehrköpfige Schlangengottheit), die eine Treppe zum verfallenen Chedi säumt. Der Chedi ist vor mehr als 450 Jahren bei einem Erdbeben eingestürzt, die imposante Ruine des ehemals 90 m hohen Gebildes ragt immer noch stolz in die Höhe. |
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| Eine Gruppe Mönche hat sich hier auch in den ruhigen Abendstunden versammelt. |
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| Auch sie bestaunen die Ruine des Chedis aus dem 15. Jahrhundert. |
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| Kleine Tempel und Schreine, die nachts wunderschön angestrahlt werden. |
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| Ein Wohntraum für Fledermäuse. |
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| Links neben der Treppe steht einer von vielen Elefanten, die den Sockel zieren. |
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| Goldene Flammendeko am Giebel. |
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| Hier die Erklärung, warum Frauen den Schrein der Inthakin-Säule nicht betreten dürfen. |
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| Frauen-müssen-draußen-bleiben Schilder. |
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| Christian darf rein. |
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| Hier kann man einen Ziegelstein kaufen, um die Instandsetzung der Tempelanlage zu finazieren. |
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| Liegender Buddha in der Tempelanlage Wat Chedi Luang. |
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| Da ich im Jahr des Affen geboren bin, spende ich natürlich ins Affentöpfchen. |
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| Vor der Toilette soll man seine Schuhe ausziehen und diese Badelatschen anziehen. |
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| Es ist schon spät und die Tempeltüren sind geschlossen. |
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| Street Art und Graffiti neben einem netten Café in der Altstadt. |
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| Banner vor einem Tempel, der ein schönes neues Jahr 2560 wünscht (buddhistische Zeitrechnung). |
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| Im Garten des Lanna Architecture Centers befindet sich ein wunderschönes kleines Café. |
Wir haben viel erlebt an unserem ersten Tag in Chiang Mai, waren noch bei einer Fußmassage, um unsere müden und abgewanderten Füße zu pflegen und bei einem furchtbar schlechten veganen Restaurant zum Abendessen. Müde fallen wir ins Bett - den nächsten Tag werde ich im nächsten Blogeintrag schildern.
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