Mein Thai-Lehrer heißt Prachoom und ist reizend. Gestern war er zum ersten Mal bei mir. Er kam eine Dreiviertelstunde früher als vereinbart und ich bin selbst erstaunt, dass ich schon fertig geduscht war und gefrühstückt hatte! Aber aufgrund des ewigen Staus in und um Bangkok wusste Prachoom nicht, wie lange er wirklich von Haustür zu Haustür brauchen würde, daher ließ er Vorsicht walten, verließ sein Haus um 6:45 h und war gegen 8:30h da. (So bunt kann übrigens Stau in Bangkok sein...)
Nachdem wir drei Stunden lang Tee getrunken, über Gott, Buddha und die Welt gesprochen und uns für kommenden Mittwoch wieder verabredet hatten, bin ich losgezogen, um meine neue Hood weiter zu erkunden. In den letzten Tagen hatte ich schon tolle Entdeckungen gemacht; so wohnen wir nicht weit entfernt von der kleinen Koi Art Gallery, die mit wechselndem zeitgenössischen Programm aufwartet.
Die gelangweilten Damen dort fanden zwar ihre Handys deutlich spannender als mich, aber so konnte ich mich wenigstens in Ruhe umschauen.
Zu meiner hellen Freude habe ich gestern dann einen Organic Supermarket namens Lemon Farm in unserer Nachbarschaft gefunden, der eine große Auswahl ökologisch angebauter Bio-Leckereien anbietet.
Eine deutsche Expat-Bekannte hat heute mir sogar erzählt, dass sie ihre Kokosnüsse (Ihr wisst schon - die zum Trinken, die so unglaublich lecker schmecken) nur noch dort kauft, da es sein kann, dass andere Anbieter in ihre jungen Kokosnüsse Zuckersirup etc. reinspritzen, um die Flüssigkeitsmenge und die Süße zu manipulieren.Werde also in den nächsten Tagen mal die Kokosnüsse von Lemon Farm testen, aber noch habe ich den kompletten Kühlschrank voller köstlichster Ananas und Wassermelone...
Direkt neben Lemon Farm an der Tankstelle habe ich dann in einem Blumenbeet dieses buntlackierte, selbstgebastelte Militaria-Kunstwerk aus der Deko-Hölle gefunden:
Und das, wo doch hier alle so pazifistisch sind.
Kollegen grüßen sich untereinander gerne, wie hier auf einer 4-spurigen Brücke an der Petchaburi Road:
Überhaupt ist es wirklich interessant, wie Kulturen und Nationen aller Hautfarben, Sprachen und Religionen relativ friedlich koexistieren und sich respektieren. Fängt schon im Supermarkt an.
In der einen Ecke gibt es die vielgelobten, qualitativ hochwertigen deutschen Leckereien (allen voran immer Nutella, Ferrero Rocher und Überraschungseier), in der nächsten Ecke gibt es dann Spenden für die Mönche
gut erkenntlich an der orangenen Farbe (wie auch die Kleidung der Theravada-Mönche orange gefärbt ist. Das ist offenbar schon seit vielen Jahrhunderten so, da das günstigste natürliche Färbemittel damals aus dem Kernholz des Jackfruchtbaumes gewonnen wurde. Heute werden die Mönchsroben synthetisch eingefärbt, was vor allem hier in Bangkok für grellorangene Farbtupfer in der Menschenmenge sorgt). In den Spendeneimern und -tüten sind Dinge des täglichen Bedarfs wie Nahrung, Rasierer, Toilettenpapier. Die Mönche dürfen keinen Besitz haben und sind daher auf mildtätige Gaben angewiesen, im Gegenzug segnen sie den Spender und dessen Familie. Erstaunlicherweise sieht man allerdings immer mal wieder Mönche mit RayBan-Sonnenbrillen und den neuesten Smartphones. Prachoom lag es sehr am Herzen mir zu erklären, dass diese Güter kaum aus dem Spendeneimer kommen...
Zum krönenden Abschluss des heutigen Tages war ich in einer futuristischen Riesen-Mall (Central Plaza) und habe mir endlich eine thailändische Sim-Karte besorgt.
Das ist alles etwas konfus hier und man muss sich auch für Prepaid-Karten mit seinem Personalausweis registrieren lassen, aber das Netz scheint stabil zu sein und nun kann ich auch von unterwegs Whatsappen - yippieh!
Nun muss ich dringend schlafen - ich befürchte, Prachoom kommt morgen wieder viel zu früh, da wäre es ratsam, schon mindestens einen Kaffee intus zu haben, bevor wir uns weiter mit dem lustigen Alphabet beschäftigen.
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